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Jahresabschlussworte des Bürgermeisters
Wasserversorgung
Die Verbesserung der Wasserqualität steht als nächstes Ziel auf der Tagesordnung. Die Nitratbelastung im Trinkwasser soll gesenkt werden. Erste Teilerfolge können schon
vermeldet werden. So haben freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten, die landwirtschaftliche Grundstücke im Wasserschutzgebiet bewirtschaften, die
Gülleausbringung reduziert bzw. beendet und so aktuell den Nitratwert gesenkt.
Neue Erkenntnisse sollen Untersuchungen liefern, welche Einzugsbereiche unser 70 Meter tiefer Brunnen hat. Dann kann auch überlegt werden, wo zusätzliche Vereinbarungen nützlich sein können.
Die Investitionen in diesem Bereich sind wichtig und sichern unsere tägliche gesunde
Versorgung mit unserem wichtigsten Lebensmittel.
DSL
„Das schnelle Leupoldsgrün“, wenn man die Versorgung mit leistungsfähiger Datenleitung meint, ist seit Frühjahr Realität. Auch wenn sich mancher Nutzer die Versorgung mit DSL
schneller gewünscht hätte, ist die überlegte und zögerliche Herangehensweise im Nachhinein
die richtige gewesen. Für einen vertretbaren Aufwand, den die Gemeindebevölkerung zugezahlt hat, ist ein optimales Ergebnis erzielt worden. Ein zu schnelles Vorgehen gleich
nach den ersten lauten Rufen nach der Verantwortlichkeit der Gemeinde wäre der
Allgemeinheit teuer zu stehen gekommen.
Städtebauförderung (Ortsgestaltung)
Leider konnte weder ein Kirchweihmarkt noch ein Weihnachtsmarkt abgehalten werden, weil die Nachfrage von Standbetreibern ausblieb.
Ein großer Zukunftswunsch bleibt die Neugestaltung des Geländes, auf dem früher die alte Fabrik stand. Die Beratungen hierüber, das richtige Mittelmaß zwischen den Wünschen
einzelner Interessengruppen und der Akzeptanz der Bevölkerung zu finden, dauern an.
Wenngleich sich die Positionen schon aufeinander zubewegt haben, ist eine konkrete Verwirklichung noch nicht abzusehen. Ein Problem ist, dass sich leider nur eine Seite der
Finanzierungsmöglichkeit verantwortlich fühlt.
Ich will bewusst in diesem Jahresschlusswort das Thema Feuerwehr nicht vertiefen. In den letzten Monaten ist das Thema nach meiner Einschätzung in einen emotionalen Bereich hineinmanövriert worden. Ich bin erschrocken, wie sehr im wahrsten Sinne des Wortes geschürt wird. Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Thema missbraucht wird. Ich werde mich im Januar bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr den Feuerwehrleuten stellen und mich mit ihnen unterhalten. Ich habe keine Scheu, denn den einsatzbereiten und einsatzfreudigen aktiven Feuerwehrmännern und -frauen ist bei objektiver Betrachtung
bewusst, dass die Gemeinde hinter ihnen steht. Ich schätze deren Dienst und erkenne ihn respektvoll an.
Und im neuen Jahr werde ich auch zusammen mit dem Kämmerer die wichtigen Aufgaben
der Gemeinde auflisten und das dafür notwendige Finanzierungsvolumen vorlegen. Ich weiß jetzt schon, dass nicht alles machbar sein wird. Ich bin gespannt, wie die Diskussion verläuft.
Und ob diejenigen, die bisher manche Abgabenerhöhungen ablehnten, sich bei den Ausgaben konsequent verhalten.
Gemeinderat
Auch im Jahr 2011 gab es überwiegend eine konstruktive Arbeitsatmosphäre, wofür ich mich ausdrücklich bedanken möchte. Auch meinen Stellvertreter, Zweiten Bürgermeister Ronald
Weber möchte ich dankend erwähnen. Gerade bei einem Bürgermeisteramt, das als Ehrenamt
ausgestaltet ist und neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt wird, ist es manchmal notwendig, sich vertreten zu lassen. Aber wenn Termine in die Regelarbeitszeit fallen, kann
es auch vorkommen, dass solche, die nicht unmittelbar mit den Aufgaben der Gemeinde zu
tun haben, eben nicht wahrgenommen werden können.
Kindergarten
Der Kindergarten entwickelt sich erfreulich. Wenngleich die Kinderzahlen rückläufig sind und weiterhin viele Eltern, insbesondere neu zugezogene, ihre Kinder in auswärtige
Kindergärten bringen, ist es der Kirche gelungen, ein ausgeglichenes wirtschaftliches
Ergebnis zu präsentieren. Bei der Erziehungsarbeit kann der Kindergarten ebenfalls Erfolge vorzeigen. So wurde der Kindergarten mit dem „Felix“ ausgezeichnet, weil der Gesang
besonders gefördert wird. Das Team der Erzieherinnen hat sich erfolgreich einer Fortbildung
in Spracherziehung unterzogen.
Baulich wird uns der Kindergarten im nächsten Jahr auch beschäftigen. So sind neue Aussenspielgeräte erforderlich und der Betriebsträger drängt auf eine neue Heizung, nachdem
die bestehende Nachtspeicherheizung weder zeitgemäß noch wirtschaftlich ist. Ein durchaus
berechtigter Belang.
Schule
In der Schule herrscht weiterhin reges Leben. Erkennbar ist das daran, dass sehr häufig am Abend das Schulhaus erleuchtet ist. Das BRK nutzt seinen Raum eifrig, die Kleintierzüchter
fühlen sich wohl, die Musikschüler üben fleißig und der VHS-Betrieb bietet ein weites
Spektrum. An dieser Stelle möchte ich der örtlichen Leiterin der VHS, Frau Diana Hohberger
im Namen der Gemeinde herzlich danken für ihr überaus großes Engagement.
Leider hat sich die Instandsetzung der durch Vandalismus beschädigten, aber auch schon baufällig gewesenen Schulhaustreppe wegen Überlastung der Handwerksbetriebe hingezogen.
Angefangen von der Angebotsabgabe bis zum angepeilten Baubeginn hat sich die
Auftragsvergabe verzögert, so dass der Wintereinbruch bzw. die kalte Jahreszeit die Bautätigkeit verhinderten.
Das Schulhaus bedarf dringender Sanierung, besonders muss die Dach- und Türsituation angesprochen werden.
Neubaugebiet „Flurweg“, Wohnungbauförderung
Weiterhin unerfreulich ist die Nachfrage nach Bauplätzen im Neubaugebiet. Der Gemeinderat hat auf Anfragen von potenziellen Kaufinteressenten den Bebauungsplan moderner gestaltet
um so flexibler auf die Wünsche von Bauwerbern eingehen zu können.
Erfreulicherweise sind viele der in Leupoldsgrün zum Verkauf kommenden Gebäude gefragt und schon bald wieder bezogen worden. Die von der Gemeinde angebotene Förderung beim
Bau und Erwerb von Immobilien ist erstmals ausgezahlt worden. Sie stellt einen zusätzlichen
Anreiz dar, sich ein Eigenheim in Leupoldsgrün zu bauen oder zu kaufen.
Friedhof
Der neue Friedhofsteil ist in Betrieb genommen worden. Die Belegung des Teils, der für die
Bestattung von Urnen ohne eigenen Grabstein vorgesehen ist, hat begonnen. Als
Namensvorschlag hierfür hat Herr Pfarrer Müller den Begriff „Kreuzurnenfeld“ eingebracht.
Häufig wird der Bereich auch als „Wiesengräber“ bezeichnet. Eine Steintafel, in der auf
Wunsch der Name der Person, die feuerbestattet ist, eingetragen wird, ergänzt im nächsten
Jahr die Ausgestaltung.
Vereine, gesellschaftliches Leben
Auch 2011 hat die Gemeinde Leupoldsgrün das Vereinsleben sowie das gesellschaftliche
Leben innerhalb der Gemeinde gefördert. So wurden die örtlichen Vereine im gleichen
Umfang wie in den Vorjahren unterstützt. Diese Unterstützung ist eine freiwillige Leistung
und aus diesem Grund manchen anderen Gemeinden ohne genehmigten Haushalt gar nicht
mehr möglich.
Das Wiesenfest wurde auch in diesem Jahr wieder durch die Gemeinde bestritten. Dafür
möchte ich an dieser Stelle dem Zweiten Bürgermeister als Hauptverantwortlichem meinen
Dank aussprechen. Für das Jahr 2012 wird das Wiesenfest ein Jahr ausgesetzt. Eine
Maßnahme, die inzwischen von vielen Gemeinden nachgeahmt wird, sofern sie nicht sogar
ganz aufs Wiesenfest verzichten.
Finanzielle Situation
Wie immer die finanzielle Situation zum Schluss.
Ich freue mich und bin stolz, dass ich den Text des letzten Jahres in großen Teilen
übernehmen kann.
Auch 2011 war die Gemeinde handlungsfähig. Nicht zuletzt wegen der fleißigen und
verständnisvollen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ihre Gemeindeabgaben erbringen,
konnte wieder ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden. Die Verschuldung hält sich im
erträglichen Rahmen und betrug laut dem letzten Haushaltsansatz 767 Euro Pro-Kopf. Positiv
ist, dass darin die komplette Sanierung der Wasserversorgung enthalten ist, worum uns
manche Gemeinde im Kreis beneidet.
Um ausgeglichene Finanzen muss sich die Gemeinde schon selbst kümmern. Bund und Land
verlagern weiter Aufgaben auf die Gemeinden und unsere besondere Situation in
Hochfranken mit Bevölkerungsverlusten ist auch eine besondere Herausforderung. Das
ehrgeizige Ziel der bayerischen Staatsregierung, den bayerischen Staatshaushalt ins Lot zu
bekommen, wird dadurch erzielt, dass man den Gemeinden einen geringeren Teil am
Steueraufkommen zugesteht. Im Jahr 2011 hat auch eine höhere Kreisumlage alle Kommunen
belastet, weil sich der Bezirk wegen geringer Hilfe vom Freistaat über die Landkreise
refinanziert und dieser wiederum so gut wie keine eigenen Einnahmequellen verfügt.
Und eines will ich auch ganz deutlich sagen: Dass überhaupt die Chance besteht, über große
Investitionen zu reden, ist hauptsächlich dem bisherigen positiven Zusammenwirken des
Gemeinderates und seinen mutigen Entscheidungen zu verdanken. Zwietracht hemmt die
künftige Entwicklung der Gemeinde.
Vorhaben in 2012:
Wünsche für das Jahr 2012 sind
- Die gesellschaftlichen Gruppen mit unterschiedlichsten Anforderungen an die
Allgemeinheit zufriedenzustellen
- Wieder mehr in die gleiche Richtung zu gehen.
Schlusswort und Ausblick
Am Ende des alten und an der Schwelle zum neuen Jahr möchte ich mich wie alle Jahre, auch
im Namen des Gemeinderates, bedanken. Wir waren weiter bemüht, auf alle
gesellschaftlichen Kräfte einzugehen. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sind im Ehrenamt
dabei, ob in den Hilfsorganisationen, den Feuerwehren, dem örtlichen Roten Kreuz, den
Vereinen mit ihren jeweiligen Vorständen, den örtlichen Kirchen.
Ich werde auch im neuen Jahr versuchen, durch verantwortungsbewussten Umgang mit den
Kommunalfinanzen weiterhin das Machbare zu verwirklichen. Das Entwickeln neuer
Gedanken und den Versuch Wünschenswertes in angemessener Zeit zu erreichen, werden wir
deswegen nicht vernachlässigen. Wir brauchen hierfür aber auch das Verständnis aller
Beteiligten.
Und ich akzeptiere es für mich nicht, dass der Begriff des „Verwaltens“ einer Gemeinde
negativ besetzt wird. Der Schwerpunkt des gemeindlichen Handelns gerade in unserer
Größenordnung liegt im Verwalten. Erst gutes Verwalten schafft die Grundlage zum Handeln.
Wer dies anders sieht, soll dies bei nächster Gelegenheit den wahlberechtigten
Mitbürgerinnen und Mitbürgern erklären und um deren Zustimmung bitten. Aber ich möchte
dringend bitten, die Wahlwerbung (andere sprechen auch vom Wahlkampf) nicht zu früh zu
beginnen.
Der Dank der Gemeindevertretung gilt allen, die sich für die Allgemeinheit eingebracht haben
durch aktives Tun, durch guten Bürgersinn, durch finanziellen Beitrag zu den
Gemeindeaufgaben.
Ich wünsche unserer Bevölkerung einen schönen, feierlichen Jahresabschluss und ein gutes
neues Jahr 2012. Weiter zusammenarbeiten, mehr Gelassenheit einbringen, die Aufgaben
nicht immer gleich zu Problemen machen, sie sachlich angehen, menschlich und fair bleiben
und konstruktiv mitreden, auch kritisieren und anregen, das soll die Devise für das neue Jahr
sein.
Das neue Jahr bietet hierfür die besten Chancen.
1. Bürgermeister Werner Pfeifer zur Gemeinderatssitzung am 09.12.2011
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